Saunabad

Das Schwitzbad gibt es schon seit mehreren Jahrtausenden. Entgegen dem allgemeinen Volksmund sind nicht die Finnen die Erfinder der Sauna. Erste primitive Saunen finden sich bereits in der Steinzeit. Damals legten die Menschen Erdlöcher oder kleine Höhlen mit heißen Steinen aus. Darüber schütteten sie Wasser und erzeugten so Wasserdampf. Zu Beginn hatten die Erdsaunen den Zweck der Körperpflege. Mit der Entwicklung der Zivilisation und der Religion entwickelten sich die Erdlöcher und Höhlen zu spirituellen Orten. Die Sauna hatte nun den Zweck, die Seele von bösen Geistern zu reinigen. Auch im asiatischen Raum, im antiken Griechenland und im alten Rom waren solche Dampfbäder zur Körperpflege sehr beliebt, dienten aber auch der Geselligkeit. Ins heutige Europa kam die Sauna nach dem zweiten Weltkrieg. Für die Olympischen Spiele im Jahr 1936 baten finnische Sportler um den Bau einer kleinen Sauna. Die Medien berichteten damals sehr ausführlich über diese unbekannte Praxis. Heute holen sich immer mehr Menschen in der Sauna Erholung und Entspannung. Die intensive Wärme und körperlicher Reinigung steigert das Wohlgefühl und regt den Kreislauf an.

Der Saunaraum, der innen meistens mit Holz ausgekleidet ist, wird mit einem Ofen auf eine Lufttemperatur zwischen 80 °C und 100 °C erhitzt. Wichtig in einer Sauna ist die Luftzirkulation, es wird also kontinuierlich Frischluft zugeführt, die vom Ofen sofort aufgeheizt wird, sodass die Temperatur im Raum konstant bleibt. Um die Luftfeuchtigkeit und damit die gefühlte Temperatur in der Sauna zu erhöhen, wird Wasser auf die heißen Steine gegossen, die auf dem Saunaofen liegen: Das wird als Aufguss bezeichnet. Die Zugabe von ätherischen Ölen in den Aufguss sowie das Verteilen des Dampfes durch Luftschläge mit einem Handtuch sind im deutschsprachigen Raum und in Russland weit verbreitet, in Finnland dagegen selten, teilweise auch verpönt.

Allgemein wird der Aufguss meistens als der Höhepunkt des Saunabadens angesehen. Da ihm eine „zentrale“ Rolle beim Saunabad zukommt, hat er sich zu einer mehr oder weniger ausgefeilten Zeremonie entwickelt. Für den Aufguss wird ein hölzerner Aufgusskübel mit etwa fünf Litern frischem Wasser gefüllt und wenige Tropfen eines Aufgusskonzentrats nach Wahl zugegeben. Ein Aufgussduft verzaubert das Ambiente einer Sauna und verwöhnt die Sinne. Er begünstigt das tiefe Durchatmen und Loslassen. Jeder Duft hat eine andere Wirkung. Es gibt beruhigende Düfte, anregende oder reinigende. Aufgussdüfte bestehen in der Regel aus Ölen. „Klassische“ Düfte sind Nadelhölzer wie Fichte, Eukalyptus, Latschenkiefer, Zitrusdüfte, Menthol oder Minze. Ätherische Öle wirken entweder anregend oder beruhigend auf den Körper. Unmittelbar vor dem Aufguss wird oft zusätzlich noch frische Luft in den Saunaraum gelassen, indem die Saunatür für kurze Zeit weit geöffnet wird, Während der Aufgusszeremonie wird die Sauna nicht verlassen, da das Öffnen der Tür heißen Dampf entweichen und kühle Luft einströmen lassen würde, also den Aufgusseffekt stören würde. Besuchern, denen es zu heiß wird, wird empfohlen, sich tiefer zu setzen. Das Aufgusswasser wird mit einem hölzernen Saunalöffel (auch Aufgusskelle genannt) portionsweise auf die heißen Steine des Saunaofens gegeben, wo es verdampft. Nachdem etwa ein Drittel des Wassers aufgegossen ist, verwirbelt der Saunameister mit einem extra Handtuch den entstandenen Wasserdampf im Saunaraum. Das Aufgießen und Wedeln wird meist drei Mal wiederholt (nachdem sich die Steine wieder aufgeheizt haben). Nach der letzten Aufgussportion und Wedeln ist der Aufguss beendet. Für einen gut gemachten Aufguss gibt es am Ende meistens lobende Worte oder einen kleinen Applaus.

Das Saunieren soll vor allem der Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten dienen und kann auch bei einigen Erkrankungen als therapeutische Anwendung genutzt werden, beispielsweise bei Störungen des vegetativen Nervensystems. Auch bei Arthrose oder chronischen Rückenschmerzen können Symptomlinderungen auftreten. Saunabaden dient auch der Hautpflege und verlangsamt die Hautalterung; unmittelbar nach dem Betreten des Saunaraumes reagiert die Haut, die Blutgefäße weiten sich, die Durchblutung nimmt zu.

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